Energiedienstleister und Energieagentur — worin liegt der Unterschied?
Drei Begriffe klingen fast gleich und meinen völlig Verschiedenes. Wer das nicht trennt, schreibt eine Anfrage an eine Stelle, die gar nicht liefert, was er braucht. Deshalb hier zuerst die Abgrenzung — und erst danach, was wir selbst tun.
Wer macht eigentlich was?
Privater Energiedienstleister
Ein Unternehmen, das für Sie beschafft und betreut — Strom- und Gasverträge prüfen, am Markt einkaufen, Fristen im Blick behalten, die Abwicklung übernehmen. Er verdient an der Zusammenarbeit, nicht an Fördermitteln, und ist deshalb erreichbar, wenn im November die Folgebelieferung ansteht. Das sind wir.
Öffentliche Energieagentur
Landes- und Kommunalagenturen, meist öffentlich getragen. Sie beraten neutral und oft kostenfrei, informieren über Förderungen und stoßen Projekte an — aber sie kaufen keinen Strom für Sie ein und verhandeln keinen Vertrag. Für eine erste Orientierung sind sie gut, für die Beschaffung nicht zuständig.
Agentur für Erneuerbare Energien
Ein gemeinnütziger Verein in Berlin, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur Energiewende macht: Daten, Grafiken, Fachleute für Medien. Keine Beratungsagentur für einzelne Unternehmen. Wer dort landet und ein Angebot sucht, ist schlicht falsch abgebogen — das liegt am Namen, nicht an ihm.
Angaben zur Agentur für Erneuerbare Energien nach deren eigener Darstellung, nachgesehen im September 2026.
Was wir als Energiedienstleister übernehmen
Wir arbeiten für Unternehmen und für Privatkunden — mit demselben Grundgedanken, aber unterschiedlichem Umfang.
Beschaffung für Gewerbe und Industrie
Strom und Gas einkaufen und optimieren, die Verträge während der Laufzeit betreuen und den Markt laufend beobachten, damit die Folgebelieferung nicht im letzten Moment entschieden wird. Mehr unter Gewerbe und Industrie.
Energie-Audit nach DIN
Durchgeführt von einem TÜV-zertifizierten Mitarbeiter nach der einschlägigen DIN-Vorschrift. Ob Ihr Unternehmen überhaupt verpflichtet ist, hängt an Größe und Rechtsform — das klären wir vorab, statt Ihnen ein Audit zu verkaufen, das Sie nicht brauchen. Details: Energieaudit nach DIN EN 16247.
Energieberatung und Managementsystem
Beratung für Unternehmen und der Weg zum Energiemanagement nach ISO 50001, das die Auditpflicht ersetzen kann. Siehe Energieberatung und ISO 50001.
Lastspitzen und Ladeinfrastruktur
Zwei Themen, die bei Gewerbekunden regelmäßig zusammen auftauchen: Lastspitzenmanagement und Ladeinfrastruktur im Unternehmen.
Für Privatkunden: Tarife und Betreuung
Strom- und Gastarife optimieren und während der Laufzeit betreuen — nach dem ersten Jahr sehen wir uns an, ob die Entscheidung noch passt. Der Einstieg führt über die Rechnungsprüfung, nicht über ein Portal.
Wärmepumpe und Photovoltaik
Komplettpakete für Wärmepumpe und PV-Anlage, einzeln oder zusammen, die PV wahlweise mit oder ohne Speicher. Nicht nur beraten, sondern verbaut.
Wann sich ein Energiedienstleister lohnt — und wann nicht
Es lohnt sich, wenn Ihr Verbrauch so groß ist, dass ein Prozentpunkt beim Einkauf mehr ausmacht als der Aufwand der Betreuung — und wenn niemand bei Ihnen die Zeit hat, den Markt zu verfolgen und Fristen zu überwachen. Genau daran scheitern die meisten Verträge: nicht am Preis, sondern daran, dass die Kündigungsfrist verstrich und die Folgebelieferung automatisch weiterlief.
Es lohnt sich nicht, wenn Sie einen kleinen Verbrauch haben und alle zwei Jahre selbst vergleichen wollen — dann reicht ein Portal, und wir würden Ihnen nichts anderes sagen. Und es lohnt sich nicht, wenn Sie nur eine einmalige Auskunft brauchen: Dafür sind die öffentlichen Energieagenturen da, kostenfrei und neutral.
Sagen Sie uns, was Sie verbrauchen.
Der schnellste Weg zu einer belastbaren Aussage ist Ihre letzte Jahresabrechnung. Daraus sehen wir, ob überhaupt Spielraum besteht — und sagen es Ihnen auch, wenn keiner da ist.